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Ich mache immer noch diesen Fehler, also muss ich es aufschreiben, damit es endlich mal bei mir hängen bleibt: Hör auf deinen Bauch, Alter!
Besonders in geschäftlichen B2B-Angelegenheiten. Wenn du zu einem potentiellen Kunden zum Ersttreffen gehst und du findest irgend ein kleines Detail bei der Terminvereinbarung seltsam ... ignoriere es nicht. Zähle: 1.
Wenn du beim Termin bist und dein Gegenüber macht Bullshit-Sprech ... ignoriere es nicht, zähle: 2.
Wenn er unrealistische Vorstellungen hat und beste Qualität, in kürzester Zeit zum absoluten Sonderpreis möchte ... ignoriere nicht dein komisches Gefühl im Magen ... zähl': 3.
Wenn die Scheiße immer so weitergeht und du mittlerweile bis 10 gezählt hast und du ignorierst deinen Bauch immer noch ... Pech gehabt, Alter. Deine Instinkte sind ein Produkt Millionen Jahre langer Evolution, dein Verstand und deine Einschätzungsfähigkeit dagegen gerade mal 36 Jahre alt.
Also: auch wenn du's nicht genau erklären kannst: Hör auf deinen Bauch. Er hat immer Recht.
Anweisung wie diese sind die koolsten. Die Falle verbirgt sich hinter den Begriffen "stimmig" und "schön", denn da hat der Kunde meist ganz andere Vorstellungen. Klasse finde ich auch so Sprüche wie"Sie können das eigentlich so gestalten, wie Sie meinen. Sie haben da völlige Freiheit. Solange das einigermaßen stimmig und schön aussieht."
oder noch besser:Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf!
Wenn ich noch einmal einen dieser Sprüche höre, lache ich denjenigen offen aus ...Toben Sie sich so richtig aus!
Es gibt (nicht wenige) Kunden, die stehen drauf, wenn sie dem Webdesigner über Telefon oder Chat Anweisungen geben und den Fortschritt im Design fast in Echtzeit betrachten können. Meist sind das Kunden, die nicht genau wissen, was sie wollen und geben daher komische Anweisungen wie "Mach das mal weiter rechts" oder "Und wie sieht's mit 'nem grünen Rahmen aus?" oder "Geht der Rahmen oben auch etwas dicker?". Während dessen sitzt du als Markup-Buttler am anderen Ende der Leitung, hackst deinen Markup in den Editor, überträgst es per FTP/SCP auf den öffentlichen Server und sagst zwischendurch "Lad mal neu" (und schwitzt dabei auf die Tastatur).
Das nenne ich Hardcore-Design-Service. Besonders wenn er mit seinem ungepatchten MSIE 6.0 den Fortschritt verfolgt. Du bist ständig am Tippen und am Hochladen und kommst nicht mal dazu, nebenbei einen Kartoffel-Chip zu verdrücken oder die lästige Fliege zu verscheuchen, die sich an der Wärme deines Monitors ergötzt. Dabei hörst du den Kunden genüßlich was Essen/Trinken/Rauchen (wasauchimmer), während er mit unpräzisen Anweisungen den Webdesigner quasi fernsteuert. Mach das mal eine Stunde und du bist fertig, wie nach einem kompletten Arbeitstag.
Anfänger kriegen das gar nicht mal hin; fühlen sich unter Druck gesetzt oder über die Schulter geschaut. Deshalb werde ich vom nächsten Kunden, der "Real-Time-Webdesign" möchte, auch etwas extra nehmen. Schließlich gab's die Mayo auf die Pommes auch mal umsonst, bis irgendwer auf die Idee kam, dafür extra Kohle zu nehmen ![]()
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