Yaprak Döner

Je tiefer ich grabe, desto mehr bestätigt es mein Gespräch mit dem Döner-Man: "Viel Mist reingerührt"

Gibt es überhaupt Döner, den man ohne Bedenken essen kann?

Den gibt es. Der Preis ist ein wichtiges Kriterium. Unter 2,50 Euro sollte man keinen Döner kaufen. Und dann ist es auch wichtig, dort zu kaufen, wo viel gekauft wird, wo der Döner fließend weggeht. Ich mache da gerne Werbung: Hasir in der Berliner Adalbertstraße ist ein Laden, wo nicht nur Deutsche, sondern auch viele Türken ihren Döner essen. Und auch das ist ein wichtiges Zeichen. Ich glaube, dass die Türken da mehr auf Qualität achten als Konsumenten deutscher Herkunft, die nur ein Schnäppchen machen wollen.

"Viel Mist reingerührt"

Ein paar Tipps aus meiner persönlichen Erfahrung:

Der Döner muss

  • hauchfein geschnitten sein (mit einem echten Döner-Messer, keine Elektroschneider)
  • gleichfarbig sein (nichts geschecktes oder sehniges, auch keine sichtbaren Fettschichten)
  • nicht zu hell und nicht zu dunkel sein (es darf nicht zu lange braten, aber auch nicht zu roh aussehen. In der Türkei sagen einem Döner-Meister, man soll später wiederkommen, wenn zu schnell zuviel Fleisch verkauft wurde und das Fleisch an den äußeren Schichten noch nicht ganz durch ist.)
  • Sehr zart sein. Wenn man ein kleines geschnittenes Stück zwischen die Finger nimmt, muss die Schwerkraft die Fasern des Fleisches auseinander reissen.

Außerdem hat ein Döner-Meister kein Problem mit "Proben". Man darf ruhig ein paar Fleischfetzen zur Probe verlangen, bevor man eine ganze Portion bestellt. Das passiert in der Türkei dauernd. Wer sich dabei blöd anstellt: Finger weg.

Und ... sowas wie "Hähnchen"-Döner gibt es eigentlich nicht.

Thursday, September 28. 2006
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Geiz ist ungesund

Gestern Abend waren wir Döner essen. Der Dönerladen hatte eine Art aufgemotzte "Herkunftsurkunde" für das Fleisch vor dem Tresen hängen. Als ich das sah, musste ich lachen und habe gesagt: "Sie können das Wort Gammelfleisch bestimmt nicht mehr hören ..."

Döner-Man: "Ja, wir haben das hier freiwillig aufgehangen, um die Gespräche zu diesem Thema etwas zu reduzieren."

Und dann begann mit dem Döner-Man und einem der anwesenden Chefs (ein Grieche) ein lockeres Gespräch über Gammelfleisch und vor allem um Konsumverhalten. Die Quintessenz war: Wir sind in einem Preiskampf. "Qualität"? Nein, nur auf den Preis kommt es an.

So ein Schwachsinn, sagte ich. Die Leute wollen doch gutes Fleisch essen und dafür bezahlen sie auch. Nix da, denkste. Die bezahlen nicht. Die wollen ihren Döner für 2,50. Ich sagte: Ich würde für den Döner auch 10 Euros zahlen, wenn er nur endlich so schmecken würde, wie in der Türkei. Der Chef sagte: "Mein Partner denkt darüber nach, ob er den Döner nächstes Jahr 50 cent teurer macht, wegen der 19% MwSt-Erhöhung. Aber er hat Angst, dass ihm dieser Preis das Genick bricht." Jo, "König Kunde" würde wegen 50 cent zum noch billigeren Konkurrenten laufen.

Das deckt sich mit den Aussagen aus dem Buch "König Kunde ruiniert sein Land" von Bernhard Pötter (kann ich sehr empfehlen). Die Hauptaussage darin ist, dass der deutsche Konsument zwar vollmundig vespricht auf Qualität, Nachhaltigkeit und die Umwelt zu achten, wenn man ihm einen Fragebogen oder ein Mikrofon vor die Fresse hält, beim realen Einkauf aber letzten Endes nur auf den Preis schaut. Beispiel: Vor Jahren sagten Verbraucher, dass sie auch Windenergie nutzen würden, wenn sie zur Verfügung stände. Jetzt gibt es mehr Windenergie auf dem Markt, als Nachfrage da ist und in naher Zukunft wird es deshalb kaum noch (oder zu wenig) Anbieter für Windenergie geben.

In Berlin tobt der härteste Preiskampf unter den Döner-Men. Für 1,50 soll es da schon was auf die Hand geben. Unser (ostfriesische) Döner-Man dazu: "Ja, was meinst du, kriegst du für 1,50? Hochwertiges Fleisch? Das ist zu 80% nur Paniermehl." Die Gefahr lautet also nicht immer "Gammelfleisch".

Für mich deckt sich das derzeitige Verteufeln der Fleischanbieter keinefalls mit dem Anspruch, den "aufgeweckte Konsumenten" verbal oder in Marktforschungsinterviews zu Tage bringen. Dem Argument, die Leute hätten immer weniger in der Tasche, glaube ich nicht. Weniger als in den (vollen und reichen) 70'er und 80'er-Jahren vielleicht, ja. Aber nicht so wenig, dass Deutschland nicht als reiches Land gelten würde. Es ist genug Geld für aktuelle PKW-Modelle, Markenklamotten und regelmäßigen Urlaub drin ... da soll es für das Essen nicht reichen?

Es ist einfach nur Dummheit. Oder das Setzen von falschen Prioritäten. Der aufgeklärte Mensch von Heute weis, dass in einem System, in dem es nur um den Preis geht, die Qualität auf der Strecke bleibt. Also was soll das ganze Theater auf einmal? In diesem Markt haben Lebensmittelhersteller, die auf Qualität setzen, einfach keine Chance. Die logische Folge ist Gammelfleisch oder Fleisch mit zuviel Antibiotika. Da sollen bessere Kontrollen etwas ändern? Wie naiv. Qualitätsanspruch könnte die Lage langfristig ändern, aber dazu sind wir ja zu geil geizig.

Thursday, September 21. 2006
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Ich bin voll korrekt, ej

Diese Botschaft wollten die Mainstreamer in den 80'ern aussenden, als sie ihr Auto mit "Ich bin Stromsparer" oder "Atomkraft? - Nein danke"-Aufklebern zupflasterten. Heute scheint das kaum anders zu sein, nur, dass man dafür Laptops nimmt: Laptop Stickers bei flickr (via Real life) Wenn ich das so sehe, kriege ich gleich Bock, mein Notebook mit politisch un-korrekten Stickern vollzupflastern ... Gibt es eigentlich Sticker mit diesen (oder ähnlichen) Aufschriften? "Proudly powered by Vista" "Fight for your right with DRM!" "Ich hab nichts zu verbergen. Ihr?" "250 One-Night-Stands pro Jahr trotz Latexallergie!" (Mein Laptop-Deckel ist übrigens Aufkleber-frei ...)
Tuesday, September 19. 2006
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Gefräßiger Googlebot

Während man eine Site herstellt, ist man meist sein einziger Besucher. So war es zumindest einmal. Heute kommt der Googlebot öfter vorbei und durchwühlt mehr Seiten in einem 2-Tage-alten und noch-kaum-veröffentlichten Projekt, als der daran bastelnde Webworker selbst. gbot.png
Monday, September 18. 2006
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Copy Link Name and Text

Endlich finde ich mal eine Firefox-Erweiterung, die einen Link mitsamt HTML-Code kopieren kann: CoLT Das Ding kann auch andere Link-Codes (BBCode, Wikipedia) und erlaubt benutzerdefinierte Formate. Sehr gut ... spart dem Publisher viele wertvolle Sekunden. colt.png
Thursday, September 14. 2006
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Die ersten Muscheln der Saison

Die ersten Muscheln der Saison sind in Greetsiel angekommen. Endlich. Hier eine Doppel-Muschel (Muschel in Muschel) getaucht in Knoblauch-Tomaten-Soße. Ist erst 6 Stunden her, dass ich knapp einem Eiweisschock entgangen bin und könnt' schon wieder ...

muscheln.jpg

Greetsiel

Greetsiel

Tuesday, September 12. 2006
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Security Book zum Download

Das Buch "Security Engineering - The Book" aus dem Jahre 2001 gibt's als PDF zum Download.
Tuesday, September 5. 2006
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Das hier ist das private Weblog von Alp Uçkan. Ich entwickle Websites seit 1997 und arbeite derzeit als freiberuflicher Frontend-Entwickler.

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Business Blogging Weeks
Blog-Serie über die Kommerzialisierung der Blog-Szene in 2005

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