Ich renne ja nicht jeder Veröffentlichung von Google hinterher, alleine schon
aus paranoiden Gründen. Aber auch sonst sind diese tausendfach in der Blogossphäre auftauchenden "Google veröffentlicht XYZ beta!"-Meldungen bei mir eher in der 'chinesischer Reissack'-Kategorie eingeordnet.
Aber gestern habe ich mal mit Googles RSS-Reader rumgespielt (ich suche ja immernoch einen guten Online-Reader) und ich muss sagen: So ein mieses Stück Web2.0-Anwendung habe ich selten erlebt. Alles ajaxisch, klar, selbst das Scrollrad an der Maus funzt in der Feedleiste ... toll ... super. Aber das hier ist das Bild, dass sich präsentiert, wenn man diesen RSS-Reader öffnet:

Das sieht so aus, als würden willkürlich irgendwelche Feed-Items in die voll ajaxisch scrollbare Schlange gestellt. Keine Anzeige der einzelnen Feeds, wie man es aus anderen Readern gewöhnt ist. Man sieht nicht mit einem Blick, wieviele Items von welchem Feed man schon gelesen hat oder nicht.
Klick man auf 'Your subscribtions' hat man schon eine Feedlistenansicht, die dem Gewohnten näher kommt,

aber man sieht darin immer noch nicht, wieviele Items bereits gelesen sind.
Auch hat es viele schöne Tastenkürzel für sinnvolle Aufgaben, aber das wichtige Kürzel für die ebenfalls abwesende wichtige Funktion "alles gelesen markieren" fehlt.
Man kann Feed-Items nach 'Relevance' sortieren. Wie immer das konkret realisiert sein mag, für mich ist das billige Web 0.9-Technik. Wird es doch wieder nach irgendwelchen Ranking-Algos und linearen Mitteln ermittelt werden und nicht nach
meinen Einschätzungen, wie
Outfoxed das z.B. erlaubt.
Usabilitologisch gesehen ist der RSS-Reader von Google für mich eine Katastrophe. Dann doch lieber das langsame Bloglines.
Gerald Steffens (Homepage) on 2005-11-12 18:26 (Reply)