alps hypertexte
Ich fürchte, Thorsten hat damit Recht, denn wie Mark Pilgrim schon sagte: "Spammers don't read blogs; they just write to them." Ich nutze seit Umstieg auf Wordpress im letzten August auch einen Google-Redirect in den Kommentaren, was nicht einen Spammer aufgehalten hat. Ausserdem fürchte ich, dass das rel="nofollow"-Attribut gar nicht so weit implementiert wird, wie die gehobenen Finger der CMS-Hersteller auf Google-Blogs Posting signalisieren. Wenn man bedenkt, wie wenige Leute Sicherheitsupdates fahren oder nicht mal das Standard-Template ändern, werden auch in den nächsten Jahren noch genug CMSe online sein, für die sich die Spammerei lohnt. Aber wenn es wirklich so ist, dass dies nur ein halbherziges Vorgehen ist und hauptsächlich dazu dienen soll, den Traffic bei den Suchmaschinen zu mindern, dann nutze ich doch weiterhin den Google-Redirect. Der vererbt nämlich auch keinen PageRank. Aber vielleicht kommt ja noch ein fetteres Konzept und das war nur mal schnell eine "PR-Lösung" ... [Update 21.01.2005]: Ich denke mittlerweile nicht, dass Traffic eine Motivation für diesen Vorstoß der Suchmaschinenbetreiber war, auch wenn es sicherlich einen positiven Nebeneffekt darstellt. Die Hauptmotivation dürfte eher sein, dass sie damit ihren Index sauberer halten wollen. Und die Blogger/Wiki-/Forenbetreiber sollen dabei helfen. Es hat auch nichts damit zu tun, Blogs besser identifizieren zu wollen, denn dies geht seit langem, wie Nico Lumma schon schreibt. Und ausserdem ist die Anwendungsmöglichkeit dieses Attributs universell und nicht speziell auf Weblogs bezogen. Ich werde dieses rel="nofollow"-Attribut hier nicht einführen, den ich möchte gerne das bisherige binäre semantische Modell von Hyperlinks unterstützen: Link = "Empfehlung, Quelle, weitere Hilfe/Details/Infos" kein Link = "keine Empfehlung, Unterstützung etc." Wenn der Link als solches ein Webdokument bereichert (in welcher Hinsicht auch immer), dann soll sich dies auch in Form einer PR-Vererbung äußern. Anderes schafft nur neue Missbrauchsmöglichkeiten, die neue Konflikte und Ungerechtigkeiten im Netz auslösen. Ferengis, die Linksammlungen aufbauen und den Contenthersteller, auf denen sie ihr Geschäft aufbauen, nicht mal etwas PR vererben wollen; Firmensites, die den Einsatz von rel="nofollow" zur Firmenpolitik erklären etc. ... Dieses Attribut hat ein verstecktes Stresspotential. Ich habe deshalb nun auch den Google-Redirect wieder rausgenommen, denn die Captchas haben bisher sowieso nicht einen Kommentarspam durchgelassen. Also gibt's hier auch wieder etwas zu vererben. Ich finde, PR-Fixierung ist nicht "verbissen". Es ist die Abbildung eines realen Wertes, nämlich "Empfehlung", "Relevanz" und "Nutzen". Auch wenn dies nur ein primitives Modell ist, ist es immernoch besser, als gar keinen Gegenwert zu haben. Und wer von der "Macht der Blogger" spricht, meint unter anderem auch genau das. [Update 23.01.2005]: Garvin zeigt ein Fallbeispiel, welches sehr gut erläutert, warum eine weitflächige Umsetzung des rel="nofollow"-Attributs mehr neue Probleme mit sich bringt, als alte löst. Unbedingt lesen! Thomas Frütel:Die Conversion Rate wird abfallen und der Page Rank wird sich langsamer erhöhen, aber wenn dem fast keine Kosten gegenüber stehen - warum sollten die Spammer dann aufhören?
Da sind Blacklist- oder Captcha-Plugins wesentlich wirkungsvoller - vor allem für Blogger, indirekt aber auch für Google. Bei dieser Lösung profitiert nur Google, denn bei denen werden mit Sicherheit immense Traffic-Kosten durch den Spam anfallen. Man kann das also nur als Zusatzoption für den Spam sehen, der trotzdem noch in das Weblog gelangt. Der Preis ist aber, dass auch sinnvolle Links nicht mehr indiziert werden.
rel="please don't leave your spam here", blogosfear.org, 19.01.2005
Weitere kritische Stimmen:Die Kommentatoren bereichern mein Blog mit ihren Kommentaren um Inhalte, die oft mindestens genauso wertvoll wie der eigentliche Post sind. Sie kennzeichnen die Herkunft dieses Kommentares oft mit einem Link zu ihrem eigenen Blog: Seht her, hier gibt es noch mehr von mir zu lesen. Das macht Sinn, und ist eine Information, die man auch den Suchmaschinen nicht vorenthalten sollte. Aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass ein »gepflegtes« Blog dieses Attribut nicht benötigt, zumindest nicht als Default für die Kommentare. Dass es eine solche Option nun gibt, und dass diese dort umgesetzt wird, wo Spam gedeiht, finde ich dagegen begrüssenswert.
alp on 2005-01-19 18:43
WWWorker - Sascha Carlin (Homepage) on 2005-01-19 21:54
augenmerk agenturblog.de (Homepage) on 2005-01-19 22:07
nohn.net/blog (Homepage) on 2005-01-20 19:19
Kommentare aus der AMAZONAS-Box (Homepage) on 2005-01-21 00:42
Gerald Steffens (Homepage) on 2005-01-21 17:40
einfach-persoenlich (Homepage) on 2005-01-21 20:26
pixelgraphix (Homepage) on 2005-01-21 21:32
dwings blog! (Homepage) on 2005-01-22 11:43
superBlog (Homepage) on 2005-01-23 20:53
hessis weblog (Homepage) on 2005-01-25 02:26
Ulf Rompe (Homepage) on 2005-01-19 18:04
Dass die neue Variante ohne Redirect propagiert wird, um Traffic bei den Suchmaschinen zu sparen, kann ich nicht glauben. Der entstehende Traffic berechnet sich aus einem sehr kurzen HTTP-Header und dem Umleitungshinweis von ein paar Bytes Länge. Da lachen die drüber, zumal der Rechenaufwand zum Generieren dieser Seiten auch gegen Null geht.
Außerdem sehe ich kein Problem darin, direkte Links auf die Seiten themenbezogener Kommentatoren zu setzen und den Suchmaschinen dadurch zu ermöglichen, die eigene "Blogosphäre" nachzuvollziehen.
Natürlich birgt das immer die Gefahr des Missbrauches. Was ich mir deshalb mal ausgedacht habe, ist die Arbeit mit Black- und Whitelists für derartige Links. Per Default ist dann also jeder erst einmal suspekt und wird nur mit Redirect oder nofollow verlinkt, und wenn er einmal approved wurde, dann landet er in der Whitelist, so dass er zukünftig direkt verlinkt wird. Wer in der Blacklist ist, wird entsprechend gar nicht verlinkt.
Wäre sinnvoll, oder? Umgesetzt habe ich das aber noch nicht, weil ich seit einigen Wochen absolut kein Problem mehr mit Kommentarspam habe (Eine Handvoll regulärer Ausdrücke und das selektive Redirecten von Spammern auf die von ihnen beworbenen Sites hat's hier echt gebracht. Die paar Spams, die noch reinkommen, werden jeweils spätestens nach 7 Minuten vom bayesianischen Filter entsorgt.). Da fehlt mir also der Antrieb.